Der „Sachsenheimer Weg“ Im Zeichen des Büffelhorn

Dieser Wanderweg über den nördlichen Strombergrücken verbindet die Stadtteile von Großsachsenheim bis Häfnerhaslach.

Entfernungsangaben:
Sachsenheimer Bahnhof 0,0 km
Kleinsachsenheim 1,0 km
Hohenhaslach (Kelter) 8,5 km
Abgang Spielberg 14,0 km + 1,0 km
Abgang Ochsenbach 1* 16,5 km + 1,2 km
Abgang Ochsenbach 2* 18,5 km + 1,4 km
Wanderparkplatz „Weißer Bruch“ 20,0 km
Häfnerhaslach „Bushaltestelle“ 26,0 km
*) jeweils bis zur Bushhaltestelle RBS/VVS-Linie 571


Karte:

Topographische Wanderkarte 1:35000
Sachsenheimer Weg (Auflage 2004)
Herausgegeben anlässlich des 25jährigen Bestehens
des Sachsenheimer Weges durch die Ortsgruppen
Sachsenheim, Hohenhaslach und Häfnerhaslach
des Schwäbischen Albvereins e. V.

Karte Sachsenheimer Weg

Wegbeschreibung:

Der „Sachsenheimer Weg“ erschließt dem Wanderer die Reize des Kirbachtales.

1979 wurde durch die Stadt Sachsenheim der „Sachsenheimer Weg“ der Öffentlichkeit übergeben. Das Markierungszeichen für diesen Wanderweg ist das Stadtwappen mit dem roten Büffelhorn auf weißem Grund. Der Weg verbindet die Teilgemeinden der Stadt Sachsenheim: Groß- und Kleinsachsenheim, Hohenhaslach, Spielberg, Ochsenbach und Häfnerhaslach. Die Betreuung obliegt den 3 Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins: Sachsenheim, Hohenhaslach und Häfnerhaslach. Der Wegverlauf bietet in der Natur bergauf, bergab, abwechslungsreiche Eindrücke der Landschaft und der Dorfgemeinschaften des Strombergs entlang der Höhen des Kirbachtals.

Der Wanderweg beginnt an der Bahnhofsunterführung Großsachsenheim und führt vom Sachsenheimer Bahnhof hinunter ins Mettertal. Auf dem Fußweg neben der Verbindungsstraße wird die Metter überschritten. Beim Aufstieg grüßt der Kirchturm von Kleinsachsenheim. Auf der Alten Großsachsenheimer Straße wird oben nach Überquerung der viel befahrenen Verbindungsstraße zwischen Groß- und Kleinsachsenheim der „Stachus“ erreicht. Der Weg führt auf der Torstraße an einer Gärtnerei vorüber nach Westen. Vor und nach einer Feldscheune außerhalb des westlichen Ortsteils bietet sich ein übersichtlicher Blick links nach Großsachsenheim mit der Stadtkirche, Gebäuden um den Bahnhof und einem Industriebetrieb. Danach führt der Weg durch Streuobstwiesen und senkt sich ins Kirbachtal, vorbei an einem Wasserhäuschen in der „Hachel“. Die Lettenkohleschicht zwischen Muschelkalk und Keuper prägt das anmutige Kirbachtal. Nach quellreichen Hangböschungen und nassen Wiesenstücken tauchen bald rechter Hand die Aussiedlerhöfe „Langmantel“ auf. Über den Fischteichen im Schlankentäle hinter den Höfen kreisen öfter Graureiher. Links vom Weg gurgelt hinter Erlen, Weiden und Pappeln der Kirbach. Am Rande der großen Wiesenfläche eine Quelle, der Schulerbrunnen. Die Markierung führt am Osttor des ehemaligen Klosters Rechentshofen und danach ostseitig am Bühlwäldchen vorüber. Im Jahre 1240 war von dem Ritter Belrein von Eselsburg das Frauenkloster der Zisterzienser „Mariä Cron “ gegründet worden. Der Gebäudekomplex ist heute Domäne der herzoglich-württembergischen Hofkammer. Im Bauernkrieg wurde das Kloster vom wilden Zabergäuhaufen des Hans Menkler aus Bönnigheim geplündert und in Brand gesteckt. Das Betreten der Domäne ist nicht möglich, weil jetzt in Privatbesitz. An der Ostseite des Klostergebäudes befindet sich noch das Fragment eines steinernen Löwen in die Wand eingemauert, daneben ein Nonnenkopf. Das frühgotische Portal mit einer kreuzförmigen Blattrosette der früheren Klosterkirche ist noch gut erhalten. Die Anhöhe des Bühlwäldchens soll vor der Klosterzeit eine Burg der Herren von Owenbühl getragen haben. Nach dem Wäldchen auf leichter Anhöhe sodann nach Westen hübscher Blick auf den Bergsporn mit Hohenhaslach, den Eingang des Kirbachtales mit Mittelhaslach vor dem dunklen Höhenrücken des Baiselsberges.

Durch flaches Gelände führt der Weg zum Hohenhaslacher See. Wieder ein hübscher Blick auf den Kirchberg. Beim Überqueren der von Freudental kommenden Straße ist besondere Vorsicht geboten. Über die steile Kirchberg-Staffel wird der Panoramaweg des alten mauerumwehrten Städtchens Hohenhaslach erreicht. Von dieser Wegstrecke bietet sich ein umfassender Blick ins Land, zum Hohenasperg, zum Fernsehturm und zum Engelbergturm. Die beiden Kirchtürme von Großsachsenheim können ausgemacht werden. Schon um 1317 wurde eine uralte Weinberganlage auf dem Kirchberg erwähnt. Die Kirche enthält Fresken im gotischen Chor, auf denen das Eselein des nach Ägypten fliehenden Josefs neben Mutter und Kind mit einem stilechten Weinfässchen dargestellt ist. Entlang des leicht ansteigenden Panoramawegs blühen sehr zeitig viele Frühlingsblumen dank der Sonneneinstrahlung und der Wärmespeichernden Mauern.

Im Nordostgiebel des Hauses Küferstraße 16 (die Südfront ist bemalt) ist eine „Freiheitsrose“ eingemauert. Die mündliche Überlieferung besagt, dass in einem solch gekennzeichneten Haus – einem „Freihaus“ – im Mittelalter Jedermann Schutz fand, Vom Kelterplatz beginnt ein historischer Rundgang mit 14 sehenswerten Punkten in Hohenhaslach auf dem Kirchberg. Vorbei am CVJM-Heim und an einem großen Kinderspielplatz wird ein so genanntes geologisches Fenster erreicht. Während die Ortschaft Hohenhaslach auf einem Schilfsandsteinrücken liegt, beginnt mit den Weinbergen eine ca. 40 m mächtige, fruchtbare Keuperschicht. Das geologische Fenster zeigt unten die rote Keuperschicht und darüber graue bis weiße Kalkbänke. Eine Verwerfung der Schicht ist deutlich zu sehen.

Die Lehrtafel am geologischen Fenster und einige Schritte weiter vor dem Eingang zum ehemaligen Keuperbruch erklärt die Entstehung von Stromberg und Heuchelberg. Nach dem Bruch zweigt der „Sachsenheimer Weg“ nach rechts steil ansteigend ab und gelangt auf die „Lug“.

Eine Sitzbankgruppe bei einer Schutzhütte lädt zum Verweilen und Schauen ein. Der Blick übers Land um Hohenhaslach und bei guter Sicht bis zu den Stuttgarter Höhen erfreut jeden Begeher des „Sachsenheimer Weges“. Über Holzbohlen-Stufen steigt der Weg zur Hohen Reut. Das Waldstück heißt „Sarenbäbele“, eine Gebietsbezeichnung, die nur schwer zu deuten ist. Die anschließende Waldflur wird mit „Kegelbahn“ bezeichnet. Im Wald sind noch Spuren einer längst überwucherten Bahn zu erkennen. Auf dem Eselsweg geht es hinab ins Schippenmühlental. Weit hinten im idyllischen Tal, dort wo von rechts ein Waldweg von der Pfeiferhütte herunter kommt, an einer Wiesenkoppel, quert der Weg das Schippenbächlein, verläuft durch Streuobstflächen an einem Waldrand entlang, streift auf dem Fahrweg eine Hütte links und steigt dann an zum aussichtsreichen, oberen Weinbergsweg oberhalb der Ortschaft Spielberg zur Platte. Vom Anfang des Aussichtsweges oder vom Wasserbehälter bei der Platte kann der Wanderer in den kleinen Ort Spielberg absteigen. Weiter entlang der Büffelhornmarkierung, die nun kurzzeitig mit der Markierung des Württembergischen Weinwanderweges – eine rote Rebe auf weißem Grund – zusammen über die Rebflächen der „Rohrsteige“ in den Talschluß der Meisenklinge leitet.

Von dort ist ein Abstieg ins schöne Fachwerkdorf Ochsenbach möglich. Weiter oberhalb des Tannenbrunnenbächle zum Talschluß des Aschbaches. Der Weg wendet sich spitzig nach Süden, dann wieder als Waldweg nach Norden aufsteigend. An der Wendung nach Norden führt der südwärts abfallende Weg direkt nach Ochsenbach in die Dorfstraße. Oben entlang der geteerten Waldstraße mit Abzweigung zu der Ruine Blankenhorn oder zum Fernmeldeturm auf dem Scheiterhäule mit 472 m wird auf dem Rennweg ein großer Parkplatz zu beiden Seiten der Verbindungsstraße Ochsenbach – Eibensbach berührt.

Immer noch auf dem Rennweg bleibend, kurz vor einer Weggabelung führenden Pfadspuren zu einer Aussichtskanzel, die den Blick ins Tal der Zaber gestattet. Der Rücken des Heuchelberges über Pfaffenhofen, Güglingen, Frauenzimmern und Brackenheim, der Bergfried des Schlosses Neipperg und der Turm des Stockheimer Schlosses erfreuen den Wanderer. Im Ehemaligen Stubensandstein-Bruch fand vor vielen Jahren der Forstmann und Heimatforscher Dr. h.c. Linck Knochenreste eines Großen Sauriers.

Weiter geht´s auf dem Rennweg ca. 2000 Meter zu einem Abzweigweg nach links. Die Büffelhorn-Markierung ist unübersehbar, leitet am Schlierkopf vorbei schnurgerade zum Heiligenbergsee. Der See ist im Sommer Ziel vieler Erholungssuchender. Am Sportplatz vorbei geht es steil durch Rebenanlagen hinab ins ehemalige Töpferdorf (Häfner!) Häfnerhaslach. Viele Fachwerkhäuser und auf dem so genannten „Rundling“ die wehrburgartige Kirche des freundlichen Weindorfes Häfnerhaslach ist der Endpunkt des „Sachsenheimer Weges“.